Wie werde ich zum Konfliktmeister?


„Das Inselmodell der zwischenmenschlichen Kommunikation“

Es war wieder einmal Montag, und ich habe einen meiner eigenen Blogbeiträge in der geschlossenen Facebook Gruppe „Werde sichtbar als Coach“ eingestellt, um beim Blog-Montag mit dabei zu sein. Dabei stosse ich auf den Aufruf zur Blogparade von Christina Wenz über das Thema „Wie werde ich zum Konfliktmeister?“. Noch nie habe ich selbst bei einer Blogparade mitgemacht, und musste mich auch zuerst einmal darüber informieren. Christina Wenz gibt also das Thema vor, und wir Blogger machen uns nun Gedanken, wie wir es aus unserer Sicht sehen und beurteilen. Diese vielen Beiträge über dasselbe Thema werden dann von Christina zusammengefasst, und in einem weiteren Blogbeitrag noch einmal erwähnt. Die berechtigte Hoffnung dabei, dass in diesem Beitrag Menschen, welche Konflikte zu meistern wissen, einen Leitfaden oder Checkliste zusammenstellen.

Nun entstehen Konflikte aus meiner Sicht immer dort, wo Menschen sich nicht einer Meinung sind. Sie haben also verschiedene Standpunkte und keiner weiss mit dem Standpunkt des anderen umzugehen, und schon ist er da, der Konflikt den es zu meistern gilt.
Sehr oft entstehen Konflikte auch im beruflichen Umfeld und verhindern damit gute und erfolgreicher Lösungen. Doch gerade in der Führung von Mitarbeiter ist es unumgänglich, diese Konflikte möglichst schnell zu lösen und aus dem Weg zu räumen. Doch wie kann das einfach geschehen, denn nur einfache Lösungen sind auch beständige Lösungen.

Da Konflikte gemäss einer Studie zu über 70% auf fehlende, falsche oder gar keine Kommunikation zurück zu führen sind, möchte ich hier das Inselmodell kurz erklären.

 

Meine eigene Insel

Dieses Modell besagt, dass jeder von uns in einer Insel lebt. Diese Insel ist entstanden durch unsere Gene, die Erfahrungen und Erlebnisse aber auch die Erziehung und unser soziales Umfeld seit der Geburt spielen hier hinein. Sozusagen unsere Glaubenssätze und Werte, die wir vertreten und hochhalten. Diese Insel in oder auf der wir leben, können wir nicht verlassen, weil wir nicht so einfach ein neues Leben nehmen können. Wir haben das leben das wir leben, und das uns prägt, eben unsere Insel definiert. Jeder von uns hat seine eigene Insel, weil ja kein Leben gleich ist wie das andere. Ebenfalls enthalten dieser Insel sind die Ängste, Hoffnungen und Ziele für die Zukunft. Zusammen ergibt das unseren momentanen Gefühlszustand.

Wie du sicher gut bemerkt hast, steckt in diesem Modell nun schon einiges an Konfliktpotential. Kommt nun ein weiterer Mensch auf diesen oben beschriebenen zu, bringt er seine ganz eigene Insel mit. Er lebt auf seiner Insel und ist überzeugt, dass diese diejenige ist, welche als absolut korrekt zu betrachten sei. Ob und wie schnell dieser Konflikt zwischen diese beiden Individuen nun explodiert hängt von der Schnittmenge der beiden Inseln ab. Finden beispielsweise beide den FC Bayern München den tollsten Fussballverein, besteht wohl weniger Potential für einen Konflikt, als wenn der eine der beiden für die Borussia Dortmund Fan ist. Je weniger Schnittmenge diese beiden Inseln nun haben, umso weniger wird die zwischenmenschliche Kommunikation funktionieren.

 

Wenig bis keine Schnittmenge

Kommen nun zwei Menschen zusammen, welche wenig bis gar keine Schnittmenge ihrer Insel haben, ist die zwischenmenschliche Kommunikation sehr schwierig oder gar unmöglich. Diese beiden Menschen ohne das Wissen dieses Inselmodell's werden sich für eine der drei Möglichkeiten entscheiden:

1.) Kampf
Sie gehen aufeinander los, der Konflikt bricht aus, und sie versuchen mittels Argumente den anderen mundtot zu machen, oder sie
greifen zu physischen Mitteln und der ganze Konflikt endet in einem Krieg, wo es nur darum geht dem anderen zu belegen, dass
die eigene Insel die korrekte ist.

2.) Flucht
Die beiden Parteien merken, dass die Ansichten des anderen für sie nicht genügen, und begeben sich auf die Flucht. Immerhin
wird hier der Konflikt schnell beendet sein, weil sich die beiden in Ruhe lassen werden. Es findet jedoch kein Austausch statt, keiner
der beiden kann sich weiter entwickeln und lernen, dass seine Insel mit anderen Meinungen erweitert und vergrössert werden
könnte.

3.) Mischformen Kampf und Flucht
Die beiden Parteien geben sich einem Hin und Her hin, und kommen nie zu einem Ende. Immer wieder werden Angriffe gefahren,
oder sie gehen in die Flucht um gleich darauf wieder zurück zu kommen und von Neuem zu beginnen. Es wird sich eine „never
ending story“ entwickeln.

 

Brücke bauen

Das Ziel in jedem Fall zwischen diesen beiden Menschen müsste sein, dass zwischen den beiden Inseln zuerst eine Brücke gebaut werden würde. Dafür benötigt es zuerst das Verständnis, dass mein Mitmensch auf seiner Insel lebt, welche er für korrekt ansieht. Also meine Insel ist nicht das Universum, und es gibt noch viele weitere Inseln. Wenn ich das verstanden habe, dann begebe ich mich offen und flexibel auf mein Gegenüber zu. Mit dieser Offenheit sowie Interesse an der Insel meines Mitmenschen, kann ich erkennen und verstehen, wieso der andere viele Dinge verschieden betrachtet. Und wenn ich dann beginne eine Verständnisbrücke zu ihm zu bauen, besteht die Möglichkeit, dass aus dieser Brücke eine Schnittmenge entstehen kann. Diese Schnittmenge kann zu einer ersten oder hoffentlich definitiven Lösung werden, womit wir den Konflikt abgebaut oder im besten Fall gar nicht entstehen lassen haben.

Die einzige Bedingung, aus meiner Sicht, um Konflikte zu meistern, ist das Verständnis, dass der andere Mitmensch nichts Schlechtes im Schilde führt. Sondern er lebt einfach auf seiner persönlichen Insel, welche ich kennen- und verstehen lernen darf.

Euer Führungscoach

Toschi

PS: Das Inselmodell erklärt in meinen Leadership Tipps auf Youtube.

­

Hat Dir der Beitrag gefallen?

Du möchtest keinen Tipp mehr verpassen und noch mehr darüber erfahren, wie Du einfach motivierte und erfolgreiche Mitarbeiter und Arbeitskollegen in Deinem Team hast?

Erhalte kostenlos meine Informationen und Tipps für den Führungsalltag.

­

Deine Daten sind bei mir sicher. Ich gebe sie nicht an Dritte weiter.