Höher – Schneller – Weiter

 

Wer hat diese drei Worte nicht auch schon benutzt oder zumindest gehört? Um erfolgreich zu sein musst du höher springen oder zumindest dich höher recken, du musst schneller rennen und natürlich musst du einfach besser sein als die Anderen! Stimmt denkst du jetzt, denn gerade jetzt an der Olympiade zeigen es uns die Supersportler ja wieder. Obwohl, Usain Bolt hat ja sein grosses Ziel unter 19 Sekunden die 200 Meter zu laufen deutlich verpasst. Mmhh und nun? Ist er ein Looser? Vielleicht sind wir was die körperliche Fähigkeiten betrifft einfach an einer Grenze angelangt noch schneller zu laufen? Ok, da kann mit Doping nachgeholfen werden, oder wir können Zwitter bei den Frauen laufen lassen, weil sie mit dem höheren Testosteronspiegel dann halt Vorteile haben.

Ist „immer besser“ das wahre Ziel?

Diese Dinge haben mich gerade heute zum nachdenken gebracht, über das Höher – Schneller – Weiter. Ist es das, wonach wir streben sollten, was wir als unser Ziel des Lebens oder unseren Sinn ansehen sollten? Ja so werden wir in der Schule bereits geformt, darauf vorbereitet und mit den Noten dazu gemacht, dass wir nur noch besser sein wollen. Und ist dieser Weg erfolgreich? Stell dir vor, du wärst ein Ausserirdischer im Raumschiff 500km über der Erdkugel, und schaust dir das Treiben auf der Erde an. Das soll der Sinn sein? So geht leben?

Ich glaub definitiv, dass unsere Gesellschaft in vielen Bereichen an Grenzen angelangt ist, welche wir nicht mehr verschieben können und auch nicht müssen. Geht es denn wirklich nur um das höher, schneller, weiter und besser zu sein als alle anderen? Oder wäre der Sinn des Leben, der Grund warum wir auf dieser Erde doch ein anderer? Meisterschaft, kämpfen und struggle for Life jeden Tag soll das Ziel und Sinn sein um auf dieser Erde zu sein? Wohin hat uns das denn nun geführt? Die Krebsrate steigen jährlich, die Ausfallquote von Mitarbeiter durch BurnOut steigen auch jährlich, so dass schon 25 jährige Studentinnen eine Erschöpfungsdepression erleiden und ihr Studium darum nicht beenden können. Wir verbrennen fossile Brennstoffe um die Energie zum leben zu produzieren, obwohl uns die Sonne innerhalb 3 Stunden so viel Energie auf die Erde sendet, die reichen würde um den Energieverbrauch der ganzen Welt eines Jahres!!! zu decken (Quelle Max Plack Institut für Meterologie in Hamburg).

Wir akzeptieren Kriege bei welchen täglich Menschen umkommen die nicht einmal etwas dafür können. Nur weil einige wenige besser sein wollen als die anderen? Wann hören wir mit dieser falschen Einstellung auf, dass es immer weiter gehen muss und kann? Die Wirtschaft kann nicht immer weiter wachsen, denn wenn wir erst die ganze Erdkugel ausgehöhlt und verkauft haben, dann haben wir keine Weitere mehr. Dann ist Ende, Ende des Wachstums!

Kann es ja eh nicht ändern – STOP!

„Ja und was soll ich dagegen machen?“, höre ich dich nun sagen. Ist ja eh von oben gesteuert, und können wir eh nicht verändern. STOP!

Jeder von uns kann etwas verändern, wenn er denn nur will. Der sehr eindrückliche und spannende Film Tommorrow zeigt sehr viele Möglichkeiten und vorallem für die ganze Welt umsetzbare Lösungen auf, wie wir diesen Weg verlassen können, und wie wir jeder für uns im Kleinen etwas verändern können. Wusstest du, dass 80% der Nahrungsmittel welche für die 8 Mia Weltbevölkerung hergestellt werden von Kleinbauern angepflanzt und geerntet werden? Nein?  Es sind nicht die Nestlé's oder Monsanto's oder wie sie alle heissen, welche dafür verantwortlich sind. Kleinbauern, welche für den Dorfmarkt Gemüse und Kartoffeln anbauen ernähren die Welt.
Der Staat Island hat das Ziel bis 2025 komplett von fossilen Brennstoffen unabhängig zu sein. Dafür werden Gezeitenkraftwerke und Windkraftwerke und auch Geothermie eingesetzt. Die Öllobby wird wohl nicht so grosse Freude haben, doch es ist möglich.

Im Film wird der Geschäftsführer einer Firma in Frankreich befragt,  welche Briefumschläge produziert. Eine Aktiengesellschaft welche jedoch kein Renditeziel kennt und jedes Jahr die Steigerungsrate der Rendite noch einmal steigern muss. Warum? Weil die Inhaber der Firma verstanden haben was der Zweck, der Sinn von Arbeit ist. Arbeit soll den Mitarbeitern ein Einkommen sicherstellen. Punkt. Wir haben das Ziel oder eben den Sinn, das Warum aus den Augen verloren. Immer mehr und mehr, höher, schneller und weiter auch in Geld fragen ist zu unserem Wirtschaftscredo geworden. Wollen wir, dass ein paar Wenige immer reicher und reicher werden, während der Rest der Welt daran kaputt geht?

 

Weg aus dem Dilemma

Wenn wir einen Weg aus diesem Dilemma herausfinden wollen, so müssen wir beginnen umzudenken. Und genau dieses Umdenken will ich im Bereich der Menschenführung mithelfen zu gestalten. Es ist doch wunderbar, wenn eine Firma am Ende des Jahres alle Löhne bezahlen konnte, die Kosten für Einkäufe und Lieferanten gedeckt sind und für die neuen Maschinen im neuen Jahr auch Geld da ist um sie zu erneuern oder ersetzen. Das ist doch perfekt. „Und was ist mit den Aktionären, den Investoren welche in die Firma Geld gegeben haben?“ höre ich dich sagen. Mhhh die, die besitzen eine Firma welche erfolgreich unterwegs ist. Aha, die möchten gerne ihr Geld arbeiten lassen, also reicher werden ohne wirklich einen Finger krumm gemacht zu haben. Genau hier ist ein weiteres Problem, welches zu diesem höher schneller weiter führt. Von Nichts, kann auch Nichts kommen. Das Geld arbeiten zu lassen haben wir doch in den letzten 20, 30 Jahren probiert. Wohin hat es uns gebracht? Wenn die Firmen wie früher einem Patron gehören würden, der seine Leidenschaft und Herzblut in diese Firma steckt, inklusive dem Risiko dass er alles verlieren kann, so hätten wir viele Probleme in unserer Arbeitswelt nicht. Diese Herren schauten für ihre Mitarbeiter und wussten wie es ihnen auch privat geht. Da waren die Mitarbeiter noch keine Ressource, die Human Ressource! Da waren es noch Menschen, die mal gut drauf sind und mal auch schlecht. Das war ok, weil noch nicht alles immer höher schneller weiter sein musste. Nun haben wir aber die Patron's nicht mehr. Doch wieso beteiligen wir nicht einfach auch die Mitarbeiter an der Firma? Wenn dir als Mitarbeiter ein Teil der Firma gehört, und du von der Wertsteigerung der Firma, weil sie sehr gute Arbeit geleistet hat, profitieren würdest, wie viel motivierter würdest du tagtäglich zu Arbeit gehen?

 

Neue Gedanken fassen

Wenn jemand am Klavier uns ein Lied zum besten gibt, sprechen wir von „spielen“. Er spielt und ein Lied vor. Und die Sonate von Mozart kann und darf nicht schneller fertig sein, als die Noten die Mozart geschrieben hatte gespielt sind. Auch bei einer Tanzaufführung heisst es nicht, dass der Tänzer arbeiten muss, sondern er versucht die Emotionen und Gefühle in einen Ausdruck zu bringen. An solchen Dingen können wir uns erfreuen und sogar abschalten, entspannen. Beginnen wir doch mit dem umdenken. Die befreite Führung welche ich ausbilde und propagiere streicht die Hierarchien soweit es geht, lässt die Kontrolle durch die Chef's wegfallen und gibt dafür die Verantwortung an die einzelnen kleinen Teams und Mitarbeiter. Und viele Beispiele zeigen, dass es so sogar noch viel besser läuft als vorher. Dazu brauchen die Führungskräfte einer solchen Firma aber das Vertrauen in die Menschen. Dazu wäre wohl die „positive Spirale“ ein muss zu leben in der Unternehmung. Ok, die ganz hohen Renditen werden nicht erwirtschaftet, denn in einer befreiten Unternehmung kommt niemals ein Manager daher und verkündet: „wir müssen 12% unserer Belegschaft streichen, weil die Börse bessere Zahlen von uns sehen will!“. Nein, wenn am Ende des Jahres alle Löhne bezahlt wären, die Kosten gedeckt und für das neue Jahr Ersatzbeschaffungen in der Produktion getätigt werden können, dann ist gut.

Bitte nimm dir die Zeit und schaue doch mal wenigstens den Trailer des Film's Tommorrow hier an, und nutze das Weekend um mal eine halbe oder gar ganze Stunden darüber nachzudenken, wieso wir Menschen arbeiten? Was ist der Zweck von Arbeit?

Ich freue mich auf dein Feedback, und wünsche einen motivierten und erfüllten Tag/Weekend.

Dein Toschi

 

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